Schule oder selbstbestimmtes Lernen? Warum mein hochsensibles, hochsensitives Kind    jetzt zuhause LERNT

Lernen? Was ist das eigentlich?

Bedeutet das, jeden Morgen in die Schule zu gehen, dort dann fünf bis sechs Stunden zu sitzen und diverse Sachen aus Büchern zu lernen? Wie zum Beispiel Sachkunde, zum Thema Pflanzen die in Büchern abgebildet sind? Anstatt raus zu gehen und die Pflanzen zu suchen, anzuschauen, sie zu riechen. Wie paradox! Oder einfach Dinge stur auswendig zu lernen, sie für eine Prüfung wieder auszuspucken und sie dann zu vergessen. Dies soll sinnvoll sein? Ehrlich? Ich nenne das Bulimielernen. Es gibt viele Beispiele dafür. Ich für meinen Teil finde diese Art zu lernen, komplett unnatürlich und sinnfrei.

 

Was LERNEN eigentlich wirklich ist

 

Schon zu meinen eigenen Schulzeiten suchte ich immer nach dem tatsächlichen Sinn des Lernens. Heute -speziell durch meinen Sohn- und seine Schulerfahrungen, wie auch durch meine kleine Tochter, habe ich den wirklichen Sinn des Lernens verstanden. Allerdings hat dies nichts mit Schulgebäuden, oder stundenlangem herumsitzen in stickigen Räumen zu tun. Jeder von uns lernt in jeder Sekunde seines Lebens. Man kann nicht, "nicht lernen". Babys und Kleinkinder zum Beispiel: Sie lernen sich zu Bewegen, zu sprechen, zu gehen und tausend andere Dinge allein durch Nachahmung und Erfahrung. Sie brauchen keine Anleitung, wie man das am besten tut. Sie schauen es sich einfach ab, beobachten Monate lang ihre Vorbilder und tun es dann plötzlich. Lernen ist also die natürlichste Sache der Welt.

Kinder wollen lernen, entdecken und experimentieren. Nur eben nicht, in so dafür unnatürlichen Situationen wie oben beschrieben.

Aber mal ehrlich, wen wundert das denn? Wer will schon die wichtigsten Grundbausteine seines Lebens mit komplett Fremden Personen und inmitten von lauter Gleichaltrigen er(lernen)? Ohne genügend Freiraum für eigene Ideen und Kreativität.

Sogar Wissenschaftler und Neurobiologen haben festgestellt, dass inmitten von Gleichaltrigen lernen, nur zu Wettbewerbsdenken und Egoismus führt. Es kann kein echter Austausch entstehen, da alle dasselbe gelernt haben und ihr Wissensstand auf dem gleichen Niveau ist.

 

 

 

Wie sich der Schuldruck auf hochsensible, hochsensitive Kinder auswirken kann

 

Ich jedenfalls, hatte in der Grundschule wenigstens soviel Freiraum, um meine eigenen kleinen Projekte zu machen.

Hatte aber auch zwei Jahre lang das Glück, zu einer Schulversuchsklasse zu gehören. Dies war aber leider wie gesagt nach zwei Jahren mehr oder weniger vorbei und auch bei uns gab es dann "normales" Lernen. Da ich selbst hochsensibel und hochsensitiv bin, war das eingliedern in das System Schule, schon für mich in manchen Situationen fast nicht zu ertragen.

Mein Sohn allerdings, hat mir die letzten zwei Jahre gezeigt, dass es ihn so wie es ist total zerstört. Sowohl psychisch, als auch physisch.

Gerade für die hochsensiblen, hochsensitiven Kinder kann das zu einem täglichen, unerträglichen Horror werden. Der massive Druck, die unnötigen Hausaufgaben ( deren tatsächlicher Sinn sich mir auch noch nicht ganz erschlossen hat ;) ), die Prüfungsangst, das sinnfreie auswendig Lernen, sowie auch das Gefühl des eingeschlossen seins und der Zwang still sitzen und ruhig sein zu müssen, ist für hochsensible Kinder schwer ertragbar. Das ist übrigens bei Erwachsenen auch nicht wirklich besser. Der Unterschied ist nur, dass wir Erwachsene schon total verbogen und verformt wurden.

Natürlich gibt es auch andere, die damit leichter klarkommen sich ein- und unter zuordnen.

Nicht für jeden ist die Schule so wie sie jetzt gelebt wird, schlecht und hindernd.

Um herauszufinden wie dein Kind sich am besten entfalten kann in seiner Hochsensibilität und Hochsensitivität, im Schulalltag oder auch ohne Schule und du es am besten unterstützen kannst, berate und begleite ich dich und dein Kind gerne :)

 

Unser Pilotversuch -SCHULFREI-

 

Einzige für mich richtige Konsequenz der Dinge war es also, mein Kind aus der Schule rauszunehmen.

Details darüber wie der Alltag unter diesem Schuldruck bei uns, mit stundenlangen Hausaufgaben ausgesehen hat, erspar ich euch jetzt mal lieber ;)

Nur soviel, seid euch sicher: es waren wirklich schlimme zwei Jahre für meinen Sohn und für uns als Familie.

Jetzt LERNT er also zuhause und ich bin sehr gespannt wie sich das bei ihm und uns entwickelt.

Meine Vision wäre, ihn komplett selbstbestimmt lernen zu lassen was, wann und wo er will. Dabei haben jedoch auch wir hier in Österreich Grenzen. Die Jahresabschlussprüfung, muss er bestehen, sonst wird er gezwungen wieder in eine Schule zu gehen.

Ich vertraue ihm dennoch und hoffe, dass er seinen Weg der Selbstbestimmung finden und gehen wird.

Ich jedenfalls werde mein Bestes tun, um ihn dabei zu unterstützen und ihm die Möglichkeiten zu geben sich so zu entfalten, wie ich und tausende andere Kinder sowie auch Erwachsene es sich wünschen oder gewünscht hätten.

Ich freue mich darauf und sehe schon jetzt, an was er alles interessiert ist und wie seine Entfaltung von der Raupe zum Schmetterling beginnt. ;)

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Monika Anasha (Freitag, 05 August 2016 10:25)

    Ich finde deine Entscheidung goldrichtig. Freie Entwicklung und ungehinderte Entfaltung sind nur in absolluter Selbstbestimmung möglich. Nicht nur bei uns Erwachsenen - wo wir uns ja auch erst entfalten können, wenn wir aus den antrainierten Femdbestimmungen lösen - sondern im Vorfeld schon für unsere Kinder essentiell ist für ihre Potentialentfaltung... Eine andere Welt entsteht - weil wir selbst uns MIT unseren Kindern enorm weiter Ent-wickeln können aus den alten Strukturen... Herzlichst alles Liebe für Euch <3
    Monika Anasha